Unsere Geschichte

„Die Waisen der Stadt Bonn werden (...) bei armen Familien untergebracht, (...), welche in der Regel selbst Not und Mangel haben. Dringend notwendig ist daher die Einrichtung eines Waisenhauses.“

Mit diesen Worten beantragten Franz-Egon Graf von Fürstenberg und Karl Freiherr von Boeselager 1847 die Genehmigung eines Waisenhauses in Bonn.


Karl Freiherr von Boeselager

Die Ursprünge

Im November 1848 wird das Waisenhaus mit zunächst zwölf Mädchen eröffnet. Die Ordensschwestern „vom armen Kinde Jesu“ aus Aachen betreuen Kinder und Jugendliche in einem Haus hinter dem Bonner Münster in der Gangolfstraße. Bereits sechs Jahre später sind dort über 300 Jungen und Mädchen untergebracht.

1907 muss das Haus in der Gangolfstraße aufgegeben werden, weil die Straßenführung geändert wird. In der Weststraße wird nahe dem alten Friedhof ein neues Haus gebaut, das noch heute als Obdachlosenhaus der Stadt Bonn existiert. Ein Kindergarten kommt dazu, ebenso eine Ausbildungsstätte für Erzieher_innen in Waisenhäusern.

1933 entziehen die Nationalsozialisten den Schwestern weitgehend die Kinder- und Jugendarbeit. Sie dürfen nur noch „schwach begabte“ oder „schwer erziehbare“ Kinder betreuen, die für das Dritte Reich nicht interessant sind. Schwestern und Kinder werden schließlich evakuiert.

1946 kehren die Kinder zurück. Das Waisenhaus wird nach den Zerstörungen des Krieges repariert und für die 100-Jahr-Feier 1948 hergerichtet. Es leben nun insgesamt 170 Kinder hier.


Franz Egon von Fürstenberg

Ein neues Zuhause auf dem Venusberg

Um 1958 stellt das Kuratorium fest, dass die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Stadt nicht mehr ausreichen. Es beschließt einen Neubau auf dem Venusberg. Der zuständige Bundestagsabgeordnete Konrad Adenauer und der zuständige Landtagsabgeordnete Hermann von Boeselager setzen sich dafür ein, dass das Projekt am Rande der Stadt im Kottenforst genehmigt und finanziert wird.

Ab 1960 wird die Anlage gebaut und im Oktober 1963 feierlich eingeweiht. Das Kuratorium beschließt, den Namen „Waisenhaus“ durch ‚Kinderheim Maria im Walde‘ zu ersetzen. Im März 1982 muss der Orden die Arbeit aufgrund mangelnden Nachwuchses aufgeben. Das Kuratorium setzt eine weltliche Leitung ein.

Von 1988 bis 2000 wird die ganze Anlage schrittweise nach pädagogischen Gesichtspunkten umgebaut und modernisiert. Dr. Walter Stienen entwickelt für Maria im Walde das „Konzept der Erziehungsplanung“, das Herzstück unserer heutigen Arbeit.

Mittlerweile ist „Maria im Walde“ ein differenziertes Verbundsystem von erzieherischen Hilfen.
Das Kuratorium setzt sich heute noch nach den gleichen Regeln zusammen wie 1847: Vertreter der Stifterfamilien von Fürstenberg und von Boeselager, der Pfarrer der Münster-Pfarrei und sechs weitere gewählte Mitglieder. Es beaufsichtigt und sichert die Entwicklung der Stiftung und der Einrichtung ehrenamtlich.


Mitte 2014 hat das Kuratorium der Stiftung zur Umsetzung der satzungsgemäßen Ziele das operative Geschäft auf eine neu gegründete Betriebsgesellschaft übertragen, die Maria im Walde gGmbH. An ihrer Spitze stehen zwei Geschäftsführer:innen. Alleinige Gesellschafterin der gGmbH ist die Stiftung Maria im Walde, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. An ihrer Spitze steht ein Kuratorium.

Kontakt
  • Maria im Walde gGmbH
  • Gudenauer Weg 142
  • 53127 Bonn
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